Volumenmesszellen bei 2K-Dosieranwendungen
Bei Anwendungen mit 2K-Kleb- und Dichtstoffen entscheidet das Mischungsverhältnis unmittelbar über die Funktion der Verbindung. Bereits geringe Abweichungen können dazu führen, dass Klebverbindungen versagen oder die erforderliche Dichtheit nicht erreicht wird. Aus unserer Sicht sind Volumenmesszellen daher ein zentrales Element für einen beherrschbaren und reproduzierbaren 2K-Prozess.
Abbildung: Zahnrad-Dosierpumpe mit Volumenmesszelle
Die Abbildung zeigt eine typische Konfiguration aus Servoantrieb, Zahnrad-Dosierpumpe und nachgeschalteter Volumenmesszelle. Diese Kombination ermöglicht nicht nur eine präzise Dosierung, sondern auch die kontinuierliche Überwachung der tatsächlich geförderten Volumina.

Warum das Mischungsverhältnis bei 2K-Kleb- und Dichtstoffen kritisch ist
2K-Kleb- und Dichtstoffe reagieren äußerst sensibel auf Abweichungen im Mischungsverhältnis. Schon geringe Unterschiede zwischen Soll- und Ist-Verhältnis können:
– die mechanische Festigkeit der Klebverbindung reduzieren
– die chemische Vernetzung beeinträchtigen
– die Dauerhaftigkeit der Verbindung negativ beeinflussen
– die Dichtfunktion langfristig nicht sicherstellen
Das Problem dabei: Diese Effekte sind häufig nicht sofort sichtbar, sondern zeigen sich erst im späteren Einsatz oder unter Belastung.
Warum Steuerung und Sollwerte allein nicht ausreichen
In vielen 2K-Dosieranlagen wird das Mischungsverhältnis ausschließlich über Sollwerte in der Steuerung definiert, beispielsweise über Drehzahlen oder theoretische Fördervolumina. Diese Vorgehensweise basiert jedoch auf Annahmen.
Die Steuerung weiß, was dosiert werden soll, misst aber nicht, was tatsächlich dosiert wurde. Veränderungen durch Viskosität, Temperatur oder Materialchargen bleiben damit unentdeckt. Das Mischungsverhältnis kann sich unbemerkt verschieben.
Was Volumenmesszellen messen – und warum das entscheidend ist
Volumenmesszellen erfassen das real dosierte Volumen jeder Komponente. Die Messung erfolgt mit hoher Auflösung und ermöglicht eine Überprüfung der Dosierung mit einer Genauigkeit von bis zu 0,025 ml.
Dadurch wird das Mischungsverhältnis nicht berechnet, sondern tatsächlich gemessen. Abweichungen werden sofort erkannt und können direkt verarbeitet werden.
Mehr als Überwachung: zusätzliche Einsatzmöglichkeiten
Volumenmesszellen bieten über die reine Mischungsverhältnis-Überwachung hinaus weitere Vorteile:
– exakte Steuerung von Rezepten über definierte Volumina
– präzise Dosierung eines vorgegebenen Materialvolumens
– Ermittlung des applizierten Materialvolumens pro Bauteil
Gerade in automatisierten Anwendungen ermöglicht dies eine sehr transparente und nachvollziehbare Prozessführung.
Grundlage für automatische Nachregelung
Die von den Volumenmesszellen gelieferten Messwerte können außerdem genutzt werden, um die Drehzahl der Zahnradpumpen automatisch nachzuregeln. Dadurch lassen sich Einflüsse wie:
– Viskositätsänderungen
– Temperaturschwankungen
– Materialchargenunterschiede
– Verschleiß der Zahnradpumpe
kontinuierlich ausgleichen. Das Mischungsverhältnis bleibt dadurch auch über lange Laufzeiten hinweg innerhalb enger Toleranzen.
Typische Risiken ohne Volumenmesszellen
Ohne reale Volumenmessung treten in der Praxis häufig folgende Risiken auf:
– unbemerkte Verschiebung des Mischungsverhältnisses
– instabile Kleb- oder Dichteigenschaften
– fehlende Nachvollziehbarkeit im Prozess
Die Ursachen lassen sich im Nachhinein oft nur schwer oder gar nicht eindeutig zuordnen.
Unsere Empfehlung für 2K-Kleb- und Dichtstoffanwendungen
Manuelle 2K-Anwendungen: dringend empfohlen
Automatisierte 2K-Anwendungen: aus unserer Sicht unverzichtbar
Volumenmesszellen schaffen Transparenz, ermöglichen aktive Regelung und bilden die Grundlage für dauerhaft stabile Dosierprozesse.
Zusammenfassung
Bei 2K-Kleb- und Dichtstoffanwendungen ist das Mischungsverhältnis ein sicherheits- und qualitätsrelevanter Faktor. Volumenmesszellen ermöglichen die präzise Überwachung und Regelung der real dosierten Volumina und schaffen damit Prozesssicherheit, Reproduzierbarkeit und Transparenz.
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